Daten und Zahlen
Laut Hahlen hat die 1994 eingeführte Pflegeversicherung die Kommunen bei der Sozialhilfe deutlich entlastet. So sei die Zahl der Empfänger, die Unterstützung bei der Pflege erhalten, bis 2002 um 46 Prozent gesunken, die aufgewendeten Mittel sogar um 63 Prozent.
Spiegel - 18.11.03
Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer pro Jahr, die in Deutschland als Ersatzdienstleistende in sozialen Institutionen gegen wenig Sold arbeiten, stieg von 400 im Jahre 1961 auf 138 000 im Jahre 1999 - ein Heer billiger Arbeitskräfte, längst fester Bestandteil des Sozialsystems, vom Staat rekrutiert und zur Verfügung gestellt. Diese Billiglösung hat harte Tatsachen verdeckt und teilweise scheinkompensiert, nämlich dass der Bedarf an Pflegekräften in Deutschland von Jahr zu Jahr zunahm und zunimmt, weil (...) die Geburtenrate unter das Erhaltungsniveau von 2,1 Kindern pro Elternpaar gesunken ist und der prozentuale Anteil an pflegebedürftigen, alten Menschen in der deutschen Bevölkerung ständig zunimmt.
Zeit-Fragen Nr. 68 vom 19.06.2000
5.2 Ergebnisse der neuen Pflegestatistik
Die Pflegestatistik wurde zum Dezember 1999 erstmals erhoben. Damit liegen erstmalig detaillierte Daten der amtlichen Statistik - auch regional - über Pflegeheime und ambulante Pflegedienste einschließlich deren Personals vor. Die sozialpolitische und gesellschaftliche Bedeutung der Pflegebedürftigkeit hat das Statistische Bundesamt veranlasst, die Berichterstattung über die Pflege in Deutschland im Statistischen Jahrbuch 2001 zu erweitern.
Zwei Millionen Pflegebedürftige in Deutschland
Im Dezember 1999 waren 2,02 Mill. Menschen in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI); davon waren 69 % oder 1,38 Mill. Frauen. 80 % der Pflegebedürftigen waren älter als 65 Jahre und 37 % oder rund 740 000 Pflegebedürftige älter als 85 Jahre.
Nahezu drei Viertel (1,44 Mill.) der Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt, davon 1,03 Mill. Pflegebedürftige allein durch Angehörige, die dafür Pflegegeld erhielten, und weitere 415 000 Pflegebedürftige zum Teil oder vollständig durch ambulante Pflegedienste. 573 000 Pflegebedürftige (28 %) wurden in Pflegeheimen betreut.
10 800 ambulante Pflegedienste versorgen 415 000 Pflegebedürftige
Seit April 1995 gibt es Leistungen aus der Pflegeversicherung für ambulant versorgte Pflegebedürftige. Im Dezember 1999 waren insgesamt 10 800 ambulante Pflegedienste zugelassen. Davon befanden sich 5 500 oder 51 % in privater Trägerschaft; der Anteil der freigemeinnützigen Träger (z. B. DIAKONIE oder CARITAS) betrug 47 %. Im Schnitt betreute ein Pflegedienst 38 Pflegebedürftige. Insgesamt arbeiteten in den ambulanten Pflegediensten 184 000 Personen; die Mehrzahl (85 %) war weiblich. Fast zwei Drittel (64 %) des Pflegepersonals in den ambulanten Pflegediensten war teilzeitbeschäftigt. Gut 7 500 junge Männer (4 %) arbeiteten in den ambulanten Pflegediensten als Zivildienstleistende. Von den in der Grundpflege Tätigen (119 000) hatte die Mehrzahl entweder einen Berufsabschluss als Krankenschwester/Krankenpfleger (38 %) oder Altenpfleger/-in (19 %).
Leistungen aus der Pflegeversicherung können stationär Versorgte seit Juli 1996 beziehen. Bundesweit gab es im Dezember 1999 nahezu 8 900 Pflegeheime. 57 % oder 5 000 der Heime befanden sich in freigemeinnütziger Trägerschaft; der Anteil der privaten Träger betrug 35 % . Ein Pflegeheim betreute durchschnittlich 65 Pflegebedürftige. Die meisten Heime (8 073) boten vollstationäre Dauerpflege an. In den Pflegeheimen waren insgesamt 441 000 Personen beschäftigt; die Mehrzahl (84 %) war weiblich. Fast die Hälfte des Pflegepersonals (48 %) arbeitete Vollzeit. Rund 12 000 junge Männer (3 %) leisteten in Pflegeheimen ihren Zivildienst. Auch in den Heimen waren Altenpfleger/in (28 %) und Krankenschwester/Krankenpfleger (16 %) die wichtigsten Ausbildungsabschlüsse des für Pflege und Betreuung zuständigen Personals (287 000 oder 65 %).
Statistisches Bundesamt: Mitteilung für die Presse, 4. Oktober 2001
Der Verwaltungsaufwand der Kassen ist seit 1991 von 4,7 Milliarden Euro auf 7,6 Milliarden Euro im Jahr 2001 gestiegen.
Quelle: Hamburger Abendblatt - 22.12.02
|